Feuer & Brot

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Podcast von Alice und Maxi. Beste Freundinnen sei…

13. November 2019 #43 Wie Ballroom Culture & Voguing die Popkultur prägen - mit Sophie Yukiko

#43 Wie Ballroom Culture & Voguing die Popkultur prägen - mit Sophie Yukiko

Wir haben uns mal wieder jemanden zum Gespräch eingeladen. Jemand ganz besonderes um genau zu sein: nämlich Sophie Yukiko, Tänzerin, Choreografin UND eine von Alices zwei älteren Schwestern. Sophie hat vor 6 Jahren auf einem Ball in Rotterdam ihr Herz an die Ballroom und Voguing Scene verloren und sich seitdem zu einem festen Bestandteil der Ballroom Szene in Berlin und Deutschland aber auch international als Mitglied des angesehenen House of Saint Laurent Europe getanzt und hart erarbeitet. Was es genau mit "Houses", "Mothers" und der Geschichte des Ballroom auf sich hat - und mehr - erzählt uns Sophie Yukiko in diesem Gespräch. Obwohl von vielen noch immer als absolute Subkultur betrachtet, finden sich die Einflüsse des Ballroom nämlich überall: "Yaaas", "Werk" und "Slay Queen" dass alles sind populär-sprachliche Ausdrücke die quasi jeder junge Mensch kennt. Dass diese ihren Ursprung in der amerikanischen queeren Ballroom Culture und Drag Szene haben, weiß dagegen kaum jemand. Ebenso z.B. wie diverse "Youtube Make-up Techniken" wie "Cooking", "Baking", "Contouring", auch hierfür haben Drag Queens den Grundstein für einen allgegenwärtigen Trend, der sich gut verkauft, gelegt. Wir haben mit Sophie über Kulturelle Aneignung einer Szene, die als Raum für Marginalisierte überhaupt entstanden ist, gesprochen, ihre eigene Rolle als Cis-Frau in selbiger und darüber, warum es beim Battle im Ballroom nicht nur um eine große Regenbogenparty geht.

Der "ICONS Galore BALL by Yukiko Saint Laurent" findet am 16. November im SchwuZ in Berlin statt.

Interview mit Sophie Yukiko für Vogue: https://www.vogue.de/mode/artikel/interview-sophie-yukiko-vogueing-ballroom-deutschland

"Paris is Burning" auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=xf6Cn2y2xEc

"Pose" auf Netflix: https://www.netflix.com/title/80241986

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#42.2 Astrologie, Spiritualität, Esoterik - Nachtrag

Es ist wieder soweit: Feedback-Folge. Bzw. Nachtrag-Folge. Zusätzlich zur regulären Episode für November, die HEUTE auch noch rauskommt, möchten wir mit einem kleinen Extra-Nachtrag noch ein paar Dinge zur letzten Folge anmerken, richtig stellen, hinzufügen. Viel Spaß mit doppelter Feuer&Brot Power!

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#42: Astrologie, Spiritualität und Esoterik - Warum lieben wir Horoskope so?

„Such a Sagittarius“ „Just Gemini things“ - Hand aufs Herz: wer ist nicht ein bisschen CoStarAstrology süchtig? Und es wird auf Social Media, besonders eben auf Instagram deutlich: Astrologie und Sternzeichen-Memes boomen wie nie. Es macht ja auch Spaß, gleichzeitig möchten uns uns viele vermeintlich empowernde Seiten dazu ermutigen, unsere „female energy“ zu sammeln, die Frauen nahezu unbesiegbar zu machen verspricht. Aber sind damit überhaupt alle Frauen gemeint? Wo liegen die Gefahren, die Kraft von Frauen rein über Uterus, Zyklus und ihre Weiblichkeit zu definieren? In welchen Bereichen ist es wichtig, sich (mit weiterhin einordnendem Blick natürlich) auf die Wissenschaft zu berufen, und wie ordnen wir Spiritualität ein, die ihre Früchte auf dem Rücken von marginalisierten Personen verkaufen möchte?

#41 Toxische Beziehungen in romantischen Filmen - Stalking ist nicht sexy

Unberechenbar, kontrollierend, emotional instabil, umkommunikativ und aggressiv: Das sind keine Attribute, die ein*e Traumpartner*in unbedingt haben sollte. Vor allem nicht alle auf einmal. Dennoch, vor allem in romantischen Teenie-Filmen haben die männlichen Love-interests oft genau diese Charakterzüge. Ob in Beststellern und Blockbustern wie „Twilight“ oder „50 Shades of Grey“, in Teenie-Romcoms wie „Kissing Booth“ oder „After Passion“ oder Oscar-Filme, wie „A Star is Born“. Uns werden ständig toxische Dynamiken in Beziehungen, als der Gipfel der Romantik und der sexuellen Entfesselung verkauft. Emotionale Manipulation wird normalisiert - als etwas, das man ertragen und aushalten muss. In der Folge schauen wir uns ein paar Beispiele an und ziehen Parallelen zu unseren eigenen Erfahrungen.

#40 Call Out und Cancel Culture - Du bist gestorben! Und dann?

Es gibt Personen des Öffentlichen Lebens, die sind für uns einfach abgemeldet, gestorben, GECANCELT. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Aufgrund von rassistischen Äußerungen, von Slutshaming bis hin zu schwerwiegender Vergehen. Das heißt dann so viel wie: Ihre Kunst wird nicht mehr konsumiert, man beruft sich nicht mehr auf sie. Das Ziel ist, diese Menschen auszuschließen, Bestrafung durch Boykott also. Oft ist das gut so, wichtig und sehr wirkungsvoll, gerade wenn rechtsstaatliche Systeme oder die Politik versagen oder nicht handeln. Aber kann eine beispielsweise eine Person, die z.B. wegen einer problematischen Aussage oder Post in der Vergangenheit in einer Community in Verruf geraten ist sich wieder rehabilitieren? Und wer entscheidet das? Kann man böse Absicht von unbedachten Äußerungen trennen? Wer darf wen eigentlich öffentlich "Outcallen"? Und ist es nicht unfair, dass gerade die Menschen, die sich politisch engagieren ein besonders hohes Risiko tragen, von einem sogenannten Call Out betroffen zu sein? Um Machtverhältnisse, die Chancen und Risiken der sogenannten Call out bzw. Canceling Culture geht es in unserer 40. Folge.

https://www.npr.org/2018/04/13/601971617/the-callout

https://www.sueddeutsche.de/medien/ruetzel-versus-amani-deutungshoheit-schwindet-1.4419299

https://www.sueddeutsche.de/medien/ruetzel-versus-amani-deutungshoheit-schwindet-1.4419299

#39 Digital bias - Auch Computerprogramme können rassistisch sein feat. Nushin Yazdani

Computerprogramme sind neutral, können nicht diskriminieren - das ist oft die Annahme. Aber das stimmt nicht. Erwiesenermaßen. Denn Programme und Algorithmen werden immer noch von uns Menschen gemacht, genauer gesagt, oft von weißen Cis-Männern. Die machen sich selten Gedanken darüber, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz für marginalisierte Gruppen haben kann. Da werden beispielsweise Menschen von Robotern nicht erkannt, fälschlich zugeordnet, sogar entmenschlicht, was Gefahr für Leib und Leben bedeuten kann. Nushin Yazdani kennt sich mit dieser Problematik aus. Sie kennt hat ihre Abschlussarbeit über Bias (Bias = Vorgeingenommenheit, Neigung, Ausrichtung) bei Künstlicher Intelligenz geschrieben. Maxi hat sie in ihrer Wohnung besucht, um mehr zum Thema K.I. zu erfahren, dass uns jeden Tag begegnet, ohne dass wir groß darauf achten. Nushins Erkenntnis: Mit einer diversen Besetzung von Entwickler*innenteams ist es nicht getan. Die strukturellen Probleme fangen viel früher an und reichen viel tiefer.

Ted Talk mit Joy Buolamwini:
www.youtube.com/watch?v=UG_X_7g63rY&t=68s

Mehr zu Nushin:
nushinyazdani.com/

Schreib uns: feuerundbrot@gmail.com

#38 Zurück nach Köln? Ein Spaziergang (Wiederholung von 2016)

Das erste Mal seit Start von Feuer&Brot haben wir es nicht geschafft, eine neue Folge zu produzieren. Zu viel Arbeit. Herrje! Doch das Erfreuliche ist: Wir haben ja schon 37 Folgen - Zeit also ins Archiv zu greifen und nochmal eine alte nachzuhören. Passend zum Wetter gibt es Folge fünf. Da Spazieren wir durch Köln und erzählen von früher. Das hat was Nostalgisches - im doppelten Sinne.

Bei einem Spaziergang erzählen wir Geschichten von damals: Wie alles begann, was bisher geschah und warum sie die Stadt verlassen haben. Welche Gefühle löst die mit Erinnerung gepflasterte Stadt heute aus? Gemischte. Eine Rückkehr kommt für beide erst einmal nicht in Frage.

#37 Dreißig werden - ein angstbesetztes Alter

„Hast du Angst vorm Dreißigsten?“ Sätze wie diesen haben wahrscheinlich nicht nur wir im Vorfeld unseres Dreißigsten zu hören bekommen. Maxi hat ihren nun schon hinter sich, Alice’s runder Geburtstag steht an. Wir beide nehmen’s relativ gelassen, in unserem Bekanntenkreis haben wir es aber schon beobachten können: Der Druck von außen, einem gewissen gesellschaftlich erwünschten Standard gerecht zu werden, steigt vor dem Dreißigsten enorm und - Überraschung - gerade Frauen scheint oft vermittelt zu werden, dass es bergab geht mit ihnen - WTF?
Ist ein Geburtstag für viele eine Gelegenheit zu resümieren und Ziele zu formulieren, so diskutieren wir, wieso da Ängste eine so große Rolle spielen. Die Angst, bald nicht mehr zu den jüngsten (wie die Klatschspalten in Magazinen es darstellen= Begehrenswertesten) zu gehören, die Angst davor, vielleicht allein zu bleiben. Die Angst davor, Karriere zu machen und keine Familie zu gründen, die Angst davor es zu tun und damit unglücklich zu werden. Angst, nirgendwo reinzupassen. Wir gucken uns die Mythen um den Dreißigsten Geburtstag mal an: #biologischeUhr #Karriereleiter #Familiengründung #Beziehungen und familiärer Status; um nur einige Punkte zu nennen, und vieles davon kann tatsächlich einfach weg, ab damit in den Müll und nie wieder rausholen.
Was uns beiden tatsächlich hilft: Banden bilden, sich vernetzen, gegenseitig supporten, sich gute Inhalte von krassen Frauen über Dreißig reinfahren (denn es gibt ihn!) Generell blöde Bemerkungen ignorieren, oder kontern üben. Diese Folge hören.
Mehr Gelassenheit, denn älter werden bedeutet auch am Leben zu sein. Dankbar sein, für jedes Jahr dass wir erleben dürfen.
30 ist voll ok, 40 ist voll ok, 50 und 20 sind auch ok.
Egal ob alleine, mit vielen, mit oder ohne konkrete Idee wie es weitergeht.

Mehr zum Thema älter werden gibts von uns in unserer Folge 22: https://player.fm/series/series-2134924/ep-22-ageism-ubers-alterwerden-feat-mama-feuer-mama-brot-xxBfEoSOZBxu0ohM

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#36 True Crime - Was lieben Frauen daran so sehr?

Das Genre "True Crime" boomt wie noch nie. Wer sich die Podcast Charts anschaut, stellt fest, von "Zeit Verbrechen" bis "Mordlust" - Podcasts, die sich wahre Kriminalfällen vornehmen, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und es kommen täglich neue dazu. Aber wusstet ihr: True Crime fasziniert vor allem Frauen: Mit 81% Leserinnen ist z.B. "Stern Crime" schon fast ein Frauenmagazin. Was aber reizt Frauen so sehr an diesem Genre? Konsumieren sie True Crime, weil sie Angst haben, selbst Opfer zu werden? Können wir aus diesen Serien, etwas über die Psychologie von Täter*innen erfahren oder ist es einfach spannend, da es wirklich stattgefunden haben könnte?

Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher sexuelle Übergriffe und Frauenmorde voyeuristisch dargestellt, zur Prime Time im Fernsehen gezeigt und fetischisiert werden. Auch viele dieser "wahren" Verbrechensserien handeln oft davon, von „genialen“ Psychopathen und ihren Taten, von sexueller Gewalt und meist auch ohne, das Problem von struktureller Gewalt gegen Frauen im Generellen zu thematisieren.

In dieser Folge stellen wir einige Thesen auf, woher die weibliche Begeisterung für dieses Thema kommen könnte und warum es wichtig ist, sowohl die Erzählweise, als auch die Produktion und die Ausrichtung eines jeden Crime-Podcasts zu betrachten und diese zu hinterfragen. Wir verraten euch: welche True Crime Podcasts finden wir selber gut, interessant und gut gemacht und welches ist der eine, sehr erfolgreiche True Crime Podcast, vor dessen unbedachtem Abfeiern und Empfehlen Maxi euch alle warnen möchte.

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TRUE CRIME:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/krimi/mord-im-trend-warum-das-true-crime-genre-boomt-15619769.html

https://www.brandwatch.com/blog/react-podcast-audiences/

https://www.piqd.de/videos-podcasts/true-crime-podcasts-aus-deutschland-eine-ubersicht

ZU S. RÜCKERT:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/feminismus-und-opfer-kolumne-von-margarete-stokowski-a-1076835.html
https://www.zeit.de/2016/06/junge-frauen-karriere-familie-sabine-rueckert

https://meedia.de/2011/04/12/der-mediale-missbrauch-im-fall-kachelmann/

Caroline Würfel, Streitschrift zu #Metoo https://www.zeit.de/kultur/2017-11/sexismus-kulturszene-berlin-schweigen-brief
Antwort von S.Rückert: https://www.zeit.de/kultur/2017-11/sexuelle-belaestigung-journalismus-kritik-recherche-kulturszene-berlin
Antwort von J. Augstein: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/debatte-um-sexuelle-gewalt-und-sexismus-rache-ist-blutwurst-a-1179546.html

#35 Aussehen - Lookismus, die innere Stimme und die äußeren Einflüsse

In Folge 35 beschäftigen wir uns mit einem allgegenwärtigen Thema, welches doch gar nicht so einfach zu greifen ist: mit AUSSEHEN. Soll egal sein, ist es aber meist nicht, machen wir uns nichts vor. Einerseits individuell in unserer Wahrnehmung, andererseits von klein auf geprägt, durch unser Umfeld, durch Bilder und dadurch, wie die Gesellschaft auf uns reagiert. Ähnlich wie in unserer Folge zur Selbstliebe fragen wir uns, wie wichtig ist sie und wie erreichen wir sie: Die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen? Fest steht: als attraktiv empfundene Menschen haben es leichter, sie bekommen eher Jobs, werden positiver eingeschätzt und ihnen werden Fehler öfter und schneller verziehen. Außerdem vermittelt die Gesellschaft gerne: wer "schön" ist, ist auch glücklich. Soziale Medien wie Instagram & Co vermitteln uns primär ein sehr einseitiges Bild von Schönheit und lassen uns glauben, wir können durch genug den Einsatz von Geld, Blut, Schweiß und Schmerzen diesem Ideal näher kommen - aber wo hört Empowerment durch Selbstoptimierung der Äußerlichkeiten auf und wie können wir unsere ganz individuelle Wahrnehmung von Schönheit stärken, im Angesicht von perfekt retuschierten Bilder nicht verzweifeln und aufhören, auf andere herabzuschauen? Und wenn wir andere bewerten, wie wirken sich Kapitalismus, struktureller Rassismus und Klassismus auf unseren eigenen Geschmack aus? Ob wir wollen oder nicht, Aussehen ist ein relevantes Thema und wir wären nicht Feuer & Brot, wenn wir dass ganze nicht auf einer politischen Ebene betrachten würden.

Coverbild: "Little Girl Looking Mirror" - William Adolphe Bouguereau

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