Feuer & Brot

Feuer & Brot

Podcast von Alice und Maxi. Beste Freundinnen sei…

Lagebesprechung - BLM, Allyship und Medientrubel

Lagebesprechung - BLM, Allyship und Medientrubel

Im Juni 2020 melden wir uns mit einer Lagebesprechung. "What a time to be alive" - das haben wir uns tatsächlich öfter mal gedacht in den letzten Wochen. Besonders für Alice war es natürlich sehr intensiv und ist es noch. Das Gefühl, immer dann besondere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wenn wieder eine Schwarze Person durch die Polizei ermordet worden ist, darauf kann man sich eigentlich nicht vorbereiten. Dennoch gehört es jetzt zu Alices Tagesordnung. Letzten Sonntag erst saß sie u.a. zusammen mit Samira Al-Quassil und Cem Özdemir bei Anne Will, zum aktuellen Zeitpunkt ist "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" auf der Spiegelbestsellerliste auf Platz 3". Es tut sich vermeintlich was, in Deutschland bekommt das Thema Anti-Schwarzer Rassismus und Polizeigewalt endlich mehr Aufmerksamkeit, gleichzeitig muss der Druck weiter erhöht werden, damit sich auch wirklich etwas ändert. Denn nach den geposteten schwarzen Quadraten ist es umso wichtiger, sich selbst weiter anti-rassistisch weiterzubilden und die zu unterstützen, die sich schon lange engagieren, Ally sein eben. Um Allyship geht's auch ein bisschen in dieser Episode, um Instagram-Aktivismus, kritisches Auseinandersetzen mit dem eigenen Weißsein, und darüber wie es weiter gehen könnte.

Verschwörungsmythen - wenn Diskurse gekapert werden

Es ist Mai 2020 und wir leben in stürmischen Zeiten. Das Vetrauen aller in alles scheint erschüttert, Verschwörungsmythen sprießen aus dem Boden wie Unkraut und mittlerweile sind es eine ganze Reihe prominenter Menschen, die Verschwörungs-geschichten verbreiten. So zum Beispiel, Corona sei harmlos und nur ein großer Plan der mächtigen Elite, uns alle zu ihren Untertanen zu machen, Bill Gates will uns Mikrochips einpflanzen - und die Regierung, der Virologe Christian Drosten und die Medien bereiten ihm den Weg dafür. Aha. Warum springen so viele auf Verschwörungsmythen an? Die Wissenschaft suggeriert: Wer wenig Kontrolle über seine Lebenssituation hat, ist anfälliger für Verschwörungsdenken. Außerdem zeigt sich: Wir müssen über die Begriffe „rechts“ und „links“ sprechen. Genauso wie den Mythos „politische Neutralität“.

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Wir müssen über Geld reden

Wir haben lange überlegt, über welches Thema wir gut in dieser Folge sprechen könnten, denn irgendwie ist es ja doch alles mit unserem Ausnahmezustand und dem der ganzen Welt verknüpft. Es ist eine seltsame, beängstigende, verwirrende Zeit, in der wir alle mit unterschiedlichen Sorgen und Ängsten zu kämpfen haben. Wir haben gemerkt: wir reden öfter als sonst über Geld. Und klar ist, die "Corona-Krise" bedeutet für viele Menschen überall auch gleichzeitig eine finanzielle Krise und oder Existenzbedrohung. Gleichzeitig trifft die Krise auch noch besonders Frauen, da diese 70% der Tätigkeiten im Gesundheitswesen ausüben, generell eher im Niedriglohnsektor arbeiten oder alleinerziehend sind. Wo es vorher schon gehakt hat, zeigt uns CoVid19 jetzt erst recht Missstände auf: eine Studie der Bundesregierung von 2019 hat sogar gezeigt, dass nur 10% aller Frauen zwischen 30 und 50 Jahren ein Nettoeinkommen über 2000 Euro haben. Altersarmut trifft Frauen ebenfalls besonders hart. Wo könnten die Ursachen dafür liegen, dass Frauen sich weniger mit ihrer finanziellen Situation auskennen oder generell beschäftigen? Was tun wir dafür tun, die Angst vorm Thema Finanzen bei uns selbst abzubauen und wie können wir offener über Geld sprechen und zwar nicht nur bei Geldsorgen?

Gedanken zu Hanau mit Şeyda Kurt, Miriam Davoudvandi und Ozan Zakariya Keskinkılıç

Das Attentat in Hanau ist gerade erst einen Monat her und doch scheint es aufgrund sich überschlagender Ereignisse weit in den Hintergrund gerückt zu sein. Dabei gibt es noch viel zu besprechen. Wir machen das in dieser Folge, zusammen mit den Journalist*innen Şeyda Kurt und Miriam Davoudvandi und dem Autor Ozan Zakariya Keskinkılıç.

Momentan scheint es deutlicher als je zuvor, dass für BIPoC nicht der gleiche Schutz, nicht die gleichen Rechte gelten, wie für weiße Menschen. Hanau, sowie die Situation an der griechischen Grenze zeigen auf wie gewaltig unsere Gesellschaft von Rassismus geprägt ist.

Doch mit der daraus resultierenden Angst fühlen sich diejenigen, die von Rassismus betroffen sind, oft allein. Mehr noch: Rassismus spiegelt sich weiterhin in ihrem Alltag - und auch wenn Politiker*innen zwar vermeintlich treffende Worte finden, bleibt der Wunsch nach konkreten Taten gegen Rassismus und rechten Terror unerfüllt.
In dieser Folge gedenken wir den Opfern des Attentats in Hanau. Wir besprechen, wie unsere Gesellschaft von rassistischem Denken geprägt ist, wie die Unterdrückung im Kleinen mit der Großen Zusammenhängt und was es mit BIPoC macht in so einer Gesellschaft zu leben. Und wir fragen uns: was muss sich strukturell, gesamtgesellschaftlich und individuell ändern muss, damit diese Bedrohung endlich aufhört.

Nerds und Nice Guys im Film: Gar nicht mal so nett

"American Pie", "Superbad", "Eine wie Keine" oder "Verrückt nach Mary" - die Filme unserer Jugend und Kindheit waren voll mit "Nerds" und "Nice Guys": Jungs, die von der Frau ihrer Träume nicht beachtet werden, obwohl sie doch so ein gutes Herz haben. Schaut man die Filme noch einmal, sieht man aber: Diese Charaktere sind gar nicht mal so nett. Andauernd fallen sexistische Witze, sie missachten die Privatsphäre ihres love-interests und haben einen Freundeskreis, in dem toxische Verhaltenmuster reproduziert werden. Doch wir als Zuschauer*innen werden dazu angehalten, die "Nice Guys" als die wahren Traumtypen zu sehen und die Frauen als verblendet und gemein, dafür, dass sie das nicht erkennen. Was haben diese Filme mit uns und der Gesellschaft gemacht? Und wie gehen Filme und Serien heute mit "Nerds" und "Nice Guys" um? Darüber haben wir in Januar bei unserem Live-Podcast im Prachtwerk gesprochen - jetzt zum Nachhören.

White Saviorism - Warum gut gemeint oft nicht hilfreich ist

In der ersten Folge des Jahres 2020 nehmen wir uns das Thema "White Saviorism" (auch: "White Saviourism") vor. Viel besprochen in unserer Social Media Blase, finden wir, es kann nicht schaden uns diesem vielschichtigen und komplexen Thema nochmal anzunehmen.
Vor Weihnachten ist es immer besonders oft zu sehen: nicht-weiße Menschen, meist Kinder, die mit traurigen Augen von Plakatwänden blicken und nur darauf warten, dass sich die wohlhabenden Menschen hier bei uns in Europa dazu erbarmen, sie mit Spenden aus ihrem "Elend zu erlösen". Stefanie Giesinger allen voran hat das Thema neu aufgebracht, als sie mit ihren Instagram Stories von der Seite @nowhitesaviors aufgegriffen wurde, aber auch Carmen Kroll alias Carmushka, Hatice Schmidt oder Kollegah haben uns in den letzten Wochen wieder mal eindrucksvoll vorgemacht, wie die Darstellung ihrer wahrscheinlich gut gemeinten Hilfe ein veraltetes, durch "Poverty Porn" und einen eurozentrisches, durch Kolonialgeschichte geprägtes Bild des afrikanischen Kontinents reproduziert. Wie dieses Bild entstanden ist, was Filme wie "The Green Book", "The Blind Side" oder auch "Hidden Figures" und z.B. die katholische Kirche mit White Saviorism zutun haben und warum ihr euch alle einen Skit aus Seth Meyers' Late Night Show ansehen solltet, erfahrt ihr in diese Folge.

Shownotes:

S/o an Maddie und Fabienne die im Podcast "A mindful mess" auch über dieses Thema gesprochen haben: https://open.spotify.com/episode/1qtwUCjwHcnZWaRZTHErve

sowie an Malcolm Ohanwe für sein Video für Zündfunk: https://twitter.com/BR_Kultur/status/1209160454888706048

@nowhitesaviors auf Instagram

Broschüre mit kolonialen Grüßen:
https://www.glokal.org/publikationen/mit-kolonialen-gruessen/

https://www.arte.tv/de/articles/white-saviorism-wenn-hilfe-nicht-hilfreich-ist

https://www.youtube.com/watch?v=uEMaIGql5ts&feature=share

http://14km.org/2019/10/white-saviours-in-aktion-ein-kritischer-blick-auf-internationale-freiwilligendienste-aus-drei-perspektiven/

Podcast Tipp "Broken Harts": https://open.spotify.com/show/5t9b3xXCI8dM2R2R2MuduE

White Saviour the Movie Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=T_RTnuJvg6U

Mehr zur (deutschen) Kolonialgeschichte:
https://www.arte.tv/de/videos/081667-000-A/unter-herrenmenschen/?fbclid=IwAR1l6nN24VpsTItp2MMF5f2HioRIqf73uBrnwdfk5WIoZXSWyOgeDfHahJc

https://www.arte.tv/de/videos/086124-001-A/entkolonisieren-1-3/?fbclid=IwAR15oCm3ZiC4rIKpqFk6bKkBWH6ksRFKDzulFHv3wiScLtz9k67UlF9fTf0

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Rückblick - Was wollen wir noch loswerden und was würden wir heute anders machen?

Überall Jahresrückblicke... Bei uns ist es eher eine kleine Retrospektive geworden. Darauf wie alles begann, was wir gelernt haben und wo wir heute stehen. Welche Folgen sind uns heute vielleicht ein bisschen unangenehm (Ja, die gibt es!) und welche lieben wie noch immer. Wir haben uns im Laufe des Podcasts ganz schön weiterentwickelt und freuen uns, mit euch zusammen auch weiterhin zu wachsen, zu lernen und Wissen zu teilen. Wir freuen uns auf euch im neuen Jahr.*

*Was wir in dem ganzen Sinnieren vergessen haben sind wichtige News: wir werden nun auch vertreten von Heavy German Shit, einer Agentur, die unter Anderem auch Giulia Becker und "Das Podcast Ufo" unterstützt. Wir freuen uns sehr, wenn ihr also Pläne mit bzw. für uns habt, meldet euch gerne unter: https://www.heavygermanshit.de/feuerundbrot

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Ein riesengroßes DANKESCHÖN auch nochmal an unsere Unterstützer*innen - you rock!

Wie Ballroom Culture & Voguing die Popkultur prägen - mit Sophie Yukiko

Wir haben uns mal wieder jemanden zum Gespräch eingeladen. Jemand ganz besonderes um genau zu sein: nämlich Sophie Yukiko, Tänzerin, Choreografin UND eine von Alices zwei älteren Schwestern. Sophie hat vor 6 Jahren auf einem Ball in Rotterdam ihr Herz an die Ballroom und Voguing Scene verloren und sich seitdem zu einem festen Bestandteil der Ballroom Szene in Berlin und Deutschland aber auch international als Mitglied des angesehenen House of Saint Laurent Europe getanzt und hart erarbeitet. Was es genau mit "Houses", "Mothers" und der Geschichte des Ballroom auf sich hat - und mehr - erzählt uns Sophie Yukiko in diesem Gespräch. Obwohl von vielen noch immer als absolute Subkultur betrachtet, finden sich die Einflüsse des Ballroom nämlich überall: "Yaaas", "Werk" und "Slay Queen" dass alles sind populär-sprachliche Ausdrücke die quasi jeder junge Mensch kennt. Dass diese ihren Ursprung in der amerikanischen queeren Ballroom Culture und Drag Szene haben, weiß dagegen kaum jemand. Ebenso z.B. wie diverse "Youtube Make-up Techniken" wie "Cooking", "Baking", "Contouring", auch hierfür haben Drag Queens den Grundstein für einen allgegenwärtigen Trend, der sich gut verkauft, gelegt. Wir haben mit Sophie über Kulturelle Aneignung einer Szene, die als Raum für Marginalisierte überhaupt entstanden ist, gesprochen, ihre eigene Rolle als Cis-Frau in selbiger und darüber, warum es beim Battle im Ballroom nicht nur um eine große Regenbogenparty geht.

Der "ICONS Galore BALL by Yukiko Saint Laurent" findet am 16. November im SchwuZ in Berlin statt.

Interview mit Sophie Yukiko für Vogue: https://www.vogue.de/mode/artikel/interview-sophie-yukiko-vogueing-ballroom-deutschland

"Paris is Burning" auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=xf6Cn2y2xEc

"Pose" auf Netflix: https://www.netflix.com/title/80241986

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Astrologie, Spiritualität, Esoterik - Nachtrag

Es ist wieder soweit: Feedback-Folge. Bzw. Nachtrag-Folge. Zusätzlich zur regulären Episode für November, die HEUTE auch noch rauskommt, möchten wir mit einem kleinen Extra-Nachtrag noch ein paar Dinge zur letzten Folge anmerken, richtig stellen, hinzufügen. Viel Spaß mit doppelter Feuer&Brot Power!

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Astrologie, Spiritualität und Esoterik - Warum lieben wir Horoskope so?

„Such a Sagittarius“ „Just Gemini things“ - Hand aufs Herz: wer ist nicht ein bisschen CoStarAstrology süchtig? Und es wird auf Social Media, besonders eben auf Instagram deutlich: Astrologie und Sternzeichen-Memes boomen wie nie. Es macht ja auch Spaß, gleichzeitig möchten uns uns viele vermeintlich empowernde Seiten dazu ermutigen, unsere „female energy“ zu sammeln, die Frauen nahezu unbesiegbar zu machen verspricht. Aber sind damit überhaupt alle Frauen gemeint? Wo liegen die Gefahren, die Kraft von Frauen rein über Uterus, Zyklus und ihre Weiblichkeit zu definieren? In welchen Bereichen ist es wichtig, sich (mit weiterhin einordnendem Blick natürlich) auf die Wissenschaft zu berufen, und wie ordnen wir Spiritualität ein, die ihre Früchte auf dem Rücken von marginalisierten Personen verkaufen möchte?